Architektur & Menschen im Raum
Kontextuelle Ansätze
Die im Nachfolgenden aufgeführten Gedanken, sind in Bezug auf meine
Fotos, nicht als absolut zu betrachten. Stattdessen geht es mir darum
einen Kontext zu schaffen der mich für meine Herangehensweise an die
Fotografie begleitet und diese dem interessierten Betrachter erläutert.
Die Interpretation der Fotos soll schlussendlich einem jeden selbst
überlassen bleiben.
« Architektur »
Um Lebensräume zu schaffen in denen sich Menschen
begegnen und kommunizieren können, transformiert der
Mensch die Natur auf architektonische Art und Weise
um die Umwelt nach seinen Präferenzen anzupassen. So
ist die Architektur das Ergebnis einer menschlichen
Intervention welche einen alltäglichen Zweck erfüllen
soll und gleichzeitig eine repräsentative Funktion
nach Außen hin übernimmt. Die Architektur wird so zu
einem Element der kulturellen Identität für diejenigen
Personen die im Einflussgebiet der veränderten
Umgebung wohnen. Ein Architekturfoto ist also eine
subjektive Extraktion einer Umgebung aus der
Wirklichkeit mit repräsentativen Charakter für die
dort ansässigen Menschen.
« Leben & Raum »
Umwelt bezeichnet das Verhältnis zwischen Mensch und
Natur. Die Natur des Menschen besteht darin, sich an
anderen zu messen, sie zu beneiden und an einer
ständigen Unzufriedenheit mit sich selbst zu leiden.
Er wird immer wieder über die entscheidenden Momente
in seinem Leben nachdenken, in denen alles hätte
anders kommen können, in denen eine Entscheidung den
eigenen Lebenslauf und indirekt den der anderen
beeinflusst hat.
Durch Entscheidungen entwickelt sich die Umwelt und
der Mensch passt seine Identität an diese
Veränderungen an. Somit ist die Umwelt das Abbild
einer Gesellschaft und wird Teil einer jeden
Identität, die in ihr lebt oder gelebt hat.
In meinen Fotos nehme ich Abstand zu meiner Umwelt.
Ich beobachte sie und warte auf den für mich
entscheidenden Moment um den Auslöser zu drücken.
Anschließend bearbeite ich die Bilder, wobei ich
manchmal geneigt bin Elemente zu integrieren, die
nicht im ursprünglichen Foto vorhanden sind.
Ich versuche nicht die Realität darzustellen, oder das
Augenmerk auf ein spezifisches Element zu richten.
Stattdessen geht es mir darum, die dargestellte Umwelt
durch die vorhandenen oder integrierten Elemente zu
betonen.
Dem Betrachter ist nicht bewusst welche Bildelemente
authentisch sind und welche hinzugefügt wurden.
Dadurch muss er sich über den Informationsgehalt und
die Objektivität, die ein Foto kommunizieren kann,
Gedanken machen.
Eine durchaus erstrebenswerte Aufgabe in einer Umwelt
die vom Konsum visueller Medien geprägt ist, welche
versuchen die Identitäten der Menschen zu
beeinflussen.
« Menschen im ländlichen Kolumbien »
Insbesondere das Fernsehen ist in der Lage eine
perfekte Welt darzustellen und diese via Satellit, in
Länder zu exportieren die eine weniger entwickelte
Sozialstruktur bieten. Das Fernsehen wird zum Fenster
in eine verheißungsvolle Welt mit augenscheinlich
besseren Lebensumständen, in denen jegliche Form von
existentiellen Problemen ausgeblendet werden. Die
Utopie der Erzählungen wird oftmals nicht erkannt oder
einfach ausgeblendet. Speziell die Jüngeren erschaffen
sich auf diese Weise Wunschvorstellungen die einer
Relativierung bedürften. Schließlich geht es im Leben
nicht nur darum einer Zukunft hinterherzulaufen,
sondern auch die schönen Seiten des Hier und Jetzt zu
erleben.
Auch wenn diese Schönheit oftmals im Verborgenen
liegt, so ist sie dennoch allgegenwärtig. Man muss sie
nur erkennen und seine Identität darin entdecken. |